Stadt Kreuzlingen Info
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Kreuzlingen ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Bezirkes des Schweizer Kantons Thurgau. Von 1927 bis 2002 war Kreuzlingen eine Einheitsgemeinde.
Kreuzlingen ist mit rund 23'000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt des Kantons und die grösste Schweizer Stadt am Bodensee. Zusammen mit der deutschen Nachbarstadt Konstanz und den kleineren Nachbargemeinden (Bottighofen, Lengwil, Tägerwilen) bildet die Grenzstadt eine Agglomeration von rund 130'000 Einwohnern. Mit 56,5 Prozent Ausländern (Stand Ende 2023) gehört Kreuzlingen zu den Schweizer Städten mit dem höchsten Ausländeranteil.
Geographie
Kreuzlingen im Jahr 1919, dahinter Konstanz mit dem Hafen
Der Segelhafen von Kreuzlingen
Kreuzlingen liegt im Norden des Kantons Thurgau am Ufer des Bodensees, südöstlich der deutschen Stadt Konstanz und direkt an deren mittelalterlichen Kern anschliessend. Kreuzlingen liegt mit Zeugnissen kleinörtlicher Struktur an einst rebenbewachsenen Hanglagen, umgeben von Wäldern auf den Kuppen im Süden und dahinter stark ländlich geprägten Gebieten, mit dem offenen, weiten Bodensee gegen Osten samt der künstlichen Wulesaueninsle und den Gebieten um Seerhein und Untersee im Westen.
Nördlich verläuft die Staatsgrenze zu Deutschland mitten durch heute dicht bebautes Gebiet. In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg wurde die südliche Grenze der Stadt zur Verteidigung gegen einen Angriff aus Deutschland mit dem Festungsgürtel Kreuzlingen gesichert und das Gebiet zwischen den beiden Städten 1942 (und bis August 2006) durch einen Grenzzaun zerschnitten. Im Westen grenzt Kreuzlingen an das Tägermoos und Tägerwilen, im Osten liegt dicht an Kreuzlingen die Gemeinde Bottighofen.
Kreuzlingen weist eine Fläche von 11,50 Quadratkilometern auf; das Hafenareal liegt auf 397 m ü. M. Höhe.
Geschichte
Grenzübergang zu Deutschland, 1925
Katholische Kirche St. Ulrich und Afra, Klosterkirche des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstifts Kreuzlingen
Kreuzlingen um 1840 vom See aus. Federzeichnung von J. Schmied. Links die Seeburg, in der Mitte das Kloster, rechts das Sallmannsche Haus und der Gasthof Löwen, im Vordergrund das Dampfschiff Helvetia.
Der Name stammt vom Augustiner-Chorherrenstift «crucelin». Es wurde 1125 vom Konstanzer Bischof Ulrich I. von Kyburg-Dillingen gegründet und stand ursprünglich einen Kilometer nordwestlich des heutigen Standortes. Im Schwabenkrieg und während des Dreissigjährigen Kriegs nach der Belagerung von Konstanz durch die Schweden wurde das Augustiner-Chorherrenstift durch Konstanzer niedergebrannt, weil sie dem Kloster vorwarfen, Stützpunkt für den Feind gewesen zu sein. 1650 wurde das Kloster am heutigen Ort neu aufgebaut. Nach der Säkularisation 1848 bezog das thurgauische Lehrerseminar die Räume, heute ist es die Pädagogische Maturitätsschule am Seminar Kreuzlingen (PMS). Die ehemalige Klosterkirche ist katholische Pfarrkirche.
Das Gebiet von Kreuzlingen war schon zur Bronzezeit besiedelt. Keltische Münzen und Funde aus der Römerzeit bezeugen eine kontinuierliche Besiedlung bis zu den Siedlungsgründungen der Alemannen. Kurzrickenbach wurde als Rihinbah erstmals im Jahr 830 erwähnt, Egelshofen 1125 als Eigolteshoven und Emmishofen 1159 als Eminshoven. Das Gebiet der heutigen Stadt war mit Ausnahme des Augustiner-Chorherrenstiftes Eigentum des Konstanzer Bischofs (Bischofshöri). Mit der Eroberung des Thurgaus durch die Eidgenossen 1460 und durch die Reformation lockerten sich die Bindungen zur Nachbarstadt.
Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das heutige Zentrum Kreuzlingens weitgehend Ackerfläche, Wies- und Rebland. Um das Kloster standen 13 Häuser. Egelshofen zählte etwa 50, Emmishofen und Kurzrickenbach je etwa 90 Häuser. Mit der Neuordnung Europas wurde Kreuzlingen zu einer Grenzregion. 1818 entstand das erste Zollhaus. Die ersten Dampfschiffe, die auf dem Bodensee ab 1824 verkehrten, und der Bau der Bahnlinien nach Romanshorn (1871) und Etzwilen (1875) lockten Gewerbe und Industrie an. 1874 wurde Kreuzlingen anstelle von Gottlieben Bezirkshauptort. Doch bis zum Ersten Weltkrieg war der Ort eine Art Vorstadt von Konstanz; auch die Kreuzlinger Industrie war fast ausschliesslich in den Händen deutscher Unternehmer. Erst die geschlossene Grenze im Krieg liess Kreuzlingen eigenständiger werden.
In der Kulturgeschichte Kreuzlingens spielt das Sanatorium Bellevue (1857–1980) eine herausragende Rolle: Auf dem kaum überbauten Gebiet des alten Klosters Kreuzlingen kaufte 1842 Ignaz Vanotti aus Konstanz ein grosses Grundstück und baute darauf 1843 ein Wohn- und Geschäftshaus für die Emigranten-Druckerei Bellevue, die bisher in der Römerburg eingerichtet war. 1857 erwarb Ludwig Binswanger (1820–1880), seit 1850 Psychiater in Münsterlingen, die Liegenschaft und eröffnete eine «Privatanstalt für heilfähige Kranke und Pfleglinge aus den besseren Ständen der Schweiz und des Auslandes». Die modern geführte Klinik blieb unter Führung von vier Generationen der Binswanger während fast 120 Jahren eine Heil- und Forschungsstätte, in der wichtige Kapitel der Psychiatrie gelebt und geschrieben wurden. Im Jahr 1980 stellte sie ihren Betrieb ein. Von den zahlreichen Bauten des Sanatoriums sind nur noch wenige vorhanden. Das «Binswanger-Archiv» (Verwaltungsakten, Teilnachlässe aus der Familie Binswanger) befindet sich seit 1986 im Universitätsarchiv Tübingen. Auf dem Areal wurden in den 1990er-Jahren Wohngebäude errichtet.
1962 wurde auf dem Gemeindegebiet eine Prospektion nach Erdöl durchgeführt, diese blieb ohne kommerziell nutzbaren Fund.
→ siehe auch: Abschnitte Geschichte in den Artikeln Bernrain, Egelshofen, Emmishofen und Kurzrickenbach


